Wein saufen – ist Sünde!

Wein trinken – ist beten!

Lasset uns beten.

(Theodor Heuss)

Obwohl man als Bayer eigentlich an Bier gewöhnt sein müsste, gehöre ich zu den seltenen Spezies die eigentlich nur sehr selten Bier trinken. Auch meine Kaplanzeit in Abensberg hat es nicht geschafft mich zu einem Bierliebhaber zu verwandeln. Mir ist und bleibt eine gute Apfelschorle viel lieber. Allerdings pflege ich in Gesellschaft schon gerne einmal ein Gläschen zu trinken.
Unabhängig von meinem Beruf stehen da natürlich Weine an erster Stelle. Daher möchte ich Ihnen gerne eine kleine Weinkunde mit dazugehörigen Weinen anbieten. Neben erlesenen Weinen zu erschwinglichen Preisen, gibt es sicher noch das eine oder andere alkoholische Getränk, das bei mir in Gunst steht.
Aber auch hier gilt für mich ein eiserner Grundsatz: Allzuviel ist ungesund – oder mit einem alten Apothekerspruch: “Dosis fiat venenum – die Dosis macht das Gift. ”

Bei aller Freude am Genuß:
Trunkenheit darf meiner Meinung nach nicht sein, schon gar nicht am Steuer.

Kleine Weinkunde

Inhalt

Allgemeines zum Thema Wein

1.   Der Wein und die Flasche
2.   Wein – eine sensible Materie:
2a. Weißweine
2b. Rotweine

Tipps und Tricks

1. Richtiges Einschenken
2. Wieviel Wein gehört ins Glas?
3. Die richtige Weintemperatur
4. Welche Gläser soll ich verwenden?
5. Weinflecken entfernen

Der Wein und die Flasche

Die Flasche aus Glas ist heute ein wichtiges Erkennungsmerkmal bei Weinen. So dürfen zum Beispiel nur Weine aus einem bestimmten Anbaugebiet (Franken) in die bauchige Form des Bocksbeutels gegeben werden. Immer häufiger wird die Flasche als Kunstobjekt betrachtet und manche Winzer gehen sogar dazu über die Flasche als Kennzeichen für die eigenen Weine zu betrachten.
Immer häufiger wird heute schon die Weinflasche auch bei qualitativ hochwertigen Weinen mit einem Schraubverschluss versehen. Sicher ist zum einen ein Grund die immer häufiger fehlende hohe Korkenqualität mit daran schuld, immer häufiger aber wollen die Verbraucher eine “leichte” Möglichkeit ihren Wein zu öffnen und zu genießen. Die Zeiten das nur noch die Mehrliterflasche Marke “Pennerglück” einen Schraubverschluss besitzt sind vorbei.

Wein – eine sensible Materie

Wein muss richtig gelagert werden, da er ein sehr empfindliches Produkt ist. Wichtg ist die richtige Lagertemperatur (ca 12-14°) – bei einer Temperatur von über 25° verändert er leicht sein Aroma-, die Lagerposition (ideal ist liegend, da dadurch der Korken nicht austrocknen kann) und wenn möglich auch eine Abschirmung vom Licht. Auch wenn der Wein fest verschlossen ist, findet immer ein minimaler Luftaustausch durch den Korken statt. Daher ist es von Vorteil, wenn der Wein bei einer Luftfeuchtigkeit von ungefähr 80-85% gelagert wird.

Weißweine

Werden fast immer aus weißen Trauben erzeugt. Sie machen derzeit weltweit etwas weniger als die Hälfte aller weltweit produzierten Weine aus. Ihre Säure ist gewöhnlich höher als bei Rotweinen, der Alkoholgehalt dafür meistens niedriger. Eine Reihe von erstklassigen Weißweine kommen heute auch aus Afrika, Kalifornien, Neuseeland oder Australien. Die besten Weißweine können 25 Jahre und älter werden.

Vorsicht! Nicht jeder gute Weißwein, den man kauft, ist auch ein guter Lagerwein.

Rotweine

Rotweine werde immer aus roten Trauben erzeugt. Die meisten Rotweine sind schwerer als Weißweine, besonders, wenn sie aus südlichen Anbauländern kommen. Es gibt aber auch leichte Rotweine, etwa Beaujolais, Kalterer See oder der deutsche Dornfelder. Das besondere am Rotwein sind seine Gerbstoffe. Gerbstoff sitzt in den Schalen der Weinbeeren und wird bei der Vergärung extrahiert. Gerbstoffreiche Weine zeigen neben ihrem fruchtigen Aroma auch häufig würzige Geschmacksnuancen.

Tipps und Tricks

Richtiges Einschenken

Ein Wein wird vorsichtig eingegossen und nicht ins Glas geschüttet. Bei edlen Weinen kann man das Glas auch noch neigen, damit der Wein sanft in das Glas fließen kann. Rotwein wird normalerweise früher geöffnet, damit er “atmen” – also Sauerstoff aufnehmen kann. Manchmal gießt man ihn auch in eine Karaffe. Damit wird er weicher und runder im Geschmack.

Damit der letzte Tropfen nicht aufs Tischtuch fällt, drehen geübte Einschenker, die Flasche als Abschluss leicht aus dem Unterarm weg. Der letzte Tropfen bleibt so an der Flasche hängen.

Wieviel Wein gehört ins Glas?

Kleine Gläser sollen nicht mehr als zu einem Drittel, große Gläser sogar nur zu einem Viertel gefüllt sein. Einzige Ausnahme sind Schaumweine. Sie dürfen fast voll geschenkt werden. Weinkenner schenken nicht aus Geiz wenig ein, sondern weil sie wissen, dass dann mehr Luft zum Atmen für den Wein im Glas ist.

Die richtige Weintemperatur

Wer ein Weinthermometer sein eigen nennt, der hat eine sehr gute Hilfe zur Hand. Früher sagte man: in der Regel soll Weißwein kühler sein als Rotweine. Die modernen Someliers halten sich heute zwar überwiegend immer noch an diese Regel. Aber so mancher kühler Rotwein entfaltet ein völlig neues Aroma im leicht kühlen Zustand. Bei den üblichen Empfehlungen sollte man immer berücksichtigen, dass sich Weine im Glas relativ schnell erwärmen.
Im Übrigen sollte das oberste Gebot beim Weintrinken nicht die “Temperatur – Regel” sein, sondern: Trinken Sie ihren Wein so, wie Sie ihn am liebsten mögen.

8-10°    für leichte Weißweine, Süßweine, Sekt oder Champagner
10-12°    für normale Weißweine
12-14°    für große, schon etwas reifere Weißweine und frische junge Rotweine (Beaujolais, Trollinger)
14-16°    für normale gute Rotweine
16-18°    für edle wertvolle Rotweine

Welche Gläser soll ich verwenden?

Es macht schon Sinn, wenn man für die einzelnen Weine jeweils das richtige Glas verwendet. Ein Wasserglas oder ein billiges Pressglas ist sicher nicht besonders geeignet Wein zu genießen. Daher sollte man sich wenigstens eine Serie von Gläsern für Rotwein und eine Serie für Weißwein anschaffen.
Weißweinglas    mittelgroß, schlank, nach oben verengender Kelch
Burgunderglas    große bauchig, recht voluminös
Bordeauxglas    nicht ganz so bauchig, längerer Stil, Kelch zieht nach oben
Sektkelch    sehr schlank nach oben verengend, möglichst mit Moussierpunkt (dort entwickeln sich die “Perlen”). Auf keinen Fall Sektschalen verwenden, da Sekt oder Champagner nach kurzer Zeit schmeckt, als hätte man ihn mit einem Quirl gerührt.
Süßwein- oder Likörglas    klein, aber ähnlich geformt wie ein Weißweinglas

Weinflecken entfernen

Das Teuerste an einem gelungen gemütlichen Abend im Kreise von Freunden ist meist die Reinigung der Wäsche von Rotweinflecken. Jede Hausfrau weiß, wie wichtig es ist, sofort Salz auf einen Rotweinfleck zu streuen. Salz zieht die Flüssigkeit aus dem Stoff. Besser aber ist es zuerst Mineralwasser auf den Fleck zu gießen. Mineralwasser verteilt den Fleck im Gewebe. Das Salz kann dann so leichter die Farbe aus dem Tischtuch ziehen.

Und auch hier noch ein paar Links:
http://www.wein-plus.de/
http://www.weinimwww.de/
http://www.wein-marktplatz.de/