Das Licht der Welt erblickte ich an einem sonnigen Herbstdonnerstag 1963 in Regensburg. Schon in meinen frühesten Kindertagen zog mich die Musik in ihren Bann.

Da ich schon mit fünf lesen, schreiben und rechnen konnte und überdies ständig gesungen habe, ging ich nach der Kindergarten- und Grundschulzeit zu den Regensburger Domspatzen. Viel Schule, viel Singen, viele Konzerte. Der Tagesablauf war klar vorgegeben und etwas anderes neben Kirche, Kunst, Kultur, und Lernen gab es nicht. Dennoch möchte ich keinen Tag an dieser Schule missen. Die Lehrer waren einzigartig und ich möchte sogar sagen trotz mancher Eigenarten einmalig. Sie bereiteten uns in unnachahmlicher Weise auf diese Welt vor. Und manchmal wünschte ich mir, dass ich noch mehr von ihrem Wissen hätte mitnehmen können.
Schon während der Schulzeit begann ich mich für das Theater zu interessieren. Es verging keine Woche, in der ich nicht in die Oper oder ins Schauspiel ging. Die Welt des Theaters begeisterte mich derart, dass ich den verwaisten Posten des “Kulturreferenten” an der Schule übernahm und das Schülertheater der Domspatzen wieder mitbegründete. Daneben organisierte ich mit Leidenschaft Theater der Jugend, Konzerte und Opernfahrten nach München, wo wir u.a. die letzte Aufführung der Münchner Staatsoper von Mozarts “Entführung aus dem Serail” unter der Leitung von Karl Böhm miterleben durften. Die Welt des Theaters ist auch heute noch für mich etwas Besonderes. Und Theater spielen erst recht, und wenn man dann auch noch in einem Originalkostüm an Originalschauplätzen im Dogenpalast stehen kann…
Aus der Leidenschaft fürs Organisieren wurde dann später mein Hobby, mit dem ich mein Studium finanzierte: Reiseleitung. Dieses Hobby hat mich in ganz Europa und im Nahen Osten herumgeführt. Meine Lieblingsreiseländer wurden Italien und Israel. Wo ich auch immer hinkam, fand ich vor Ort sehr schnell Freunde. Dadurch waren meine Reisen nie langweilig und ich lernte Land und Leute viel besser kennen. (So besuchte ich unter anderem insgesamt 33-mal Israel, Rom und Venedig kenne ich wie meine Westentasche).
Doch zurück. Nach dem Abitur studierte ich zunächst zwei Jahre Theologie, bis die Bundeswehr meiner habhaft wurde und ich als einfacher Sanitätssoldat an die Sanitätsschule der Luftwaffen nach Klingholz bei Würzburg (dem einzigen deutschen Wald mit eigener Postleitzahl!) eingezogen wurde. Dort wurde ich dann zum Krankenpfleger ausgebildet und weil das nicht reichte, wurde ich vom einfachen Soldaten zum Sanitätsoffiziersanwärter mit dem Studienfach Pharmazie “weiterbefördert”. Was man da als Offiziersanwärter alles mitmacht, von einfachen Übungen bis zum Abseilen, von Turmspringen im Rahmen einer einwöchigen Sonderausbildung im Schongau bei einer Fallschirmspringereinheit (aber natürlich nur einmal!) zeigen die Bilder.
Auch mit der Musik hatte ich in dieser Zeit viel zu tun. So war ich fünf Jahre lang Dirigent der Schola ehemaliger Regensburger Domspatzen bei der internationalen Militärwallfahrt nach Lourdes. Ein schwerer Verkehrsunfall setzte allerdings meiner beinahe 10jährigen Bundeswehrkarriere ein unerwartetes Ende.
Aber nicht nur die Bundeswehr, sondern auch mein damaliger Lieblingssport, das Radrennen fahren fand ein jähes Ende. Eine missglückte Meniskusoperation mit einer Teillähmung meines linken Beines war unter anderem ausschlaggebend, dass ich heute keine Rennen mehr fahren kann und auch sonst zunächst ziemlich wenig Sport betrieb. Aus heutiger Sicht eine große Dummheit – aber manchmal braucht man eben etwas länger um zu verstehen, dass man auch als Behinderter Sport treiben kann! Dabei denke ich auch an die vielen Behindertensportler, die in aller Welt Erfolge feiern können und uns allen – einschließlich mir – zeigen, dass man auch mit großen Behinderungen Sport betreiben kann – und muss! Ich bin heute froh, dass ich mich überwinden konnte – im eigenen Mitleid zu schwimmen war ja Gott sei Dank nie meine Sache.
Ein fast fünfjähriger Leidensweg von einem Arzt zum Nächsten und von einem Sachverständigen zum Anderen führte mich durch die Instanzen der deutschen Sozialrechtsprechung um Anerkennung einer Rente und ich bin diesen Weg mit Erfolg zu Ende gegangen. (Nur Mut, kann ich jedem nur empfehlen!)
Nun war es Zeit zu einem neuen Lebensabschnitt. Ich setzte mein Theologiestudium an der Universität Regensburg fort und beendete es 1995 mit dem Diplom in Theologie. Im selben Jahr begann ich mein Diakonatspraktikum in Gangkofen /Ndb. Am 8.12.1995 weihte mich Bischof Manfred Müller von Regensburg zum Diakon. Ein halbes Jahr später empfing ich am 29. Juni 1996 die Priesterweihe im Dom zu Regensburg.
Meine Kaplanszeit verbrachte ich an vier Stellen: Dingolfing – Saal – Straubing – Abensberg. Die Zeit in Saal und Abensberg zählt zu den schönsten Kaplansjahren überhaupt.
2001 übernahm ich dann die Pfarrei Hohenschambach zwischen Regensburg und Hemau und im Oktober 2002 erhielt ich eine weitere Pfarrstelle: Aichkirchen.
Schon bei der Übernahme der Pfarrei Hohenschambach wurde mir klar, dass hier viel Arbeit auf mich wartete. Das Pfarrhaus – vor mehr als dreißig Jahren erbaut bedurfte dringend einer Renovierung und auch die Pfarrkirche stand vor einer großen Innenrenovierung. Die Orgel war faktisch nicht mehr zu bespielen und der Friedhof sollte eine Beleuchtung und eine Lautsprecheranlage erhalten. Dass aus all diesen Einzelpunkten im letzten eine Generalsanierung der Pfarrkirche mit Instandsetzung des Daches und dem Neubau einer Orgel wurde, ahnte wohl bei meinem Amtsantritt niemand. Und dann stand dann auch noch die 1000 Jahrfeier der Pfarrei Hohenschambach vor der Tür…
Damit mir aber nicht die Arbeit ausging, übernahm ich mit der zweiten Pfarrei Aichkirchen auch noch die Generalsanierung der Pfarrkirche und den Neubau eines Pfarrheimes. Doch auch diese beiden Projekte konnte ich zu Beginn noch nicht ahnen. Der Neubau ist aber jetzt abgeschlossen und jetzt steht nur noch die Restaurierung des Altars und der Ausstattung der Pfarrkirche im Mittelpunkt
Und weil dies scheinbar noch nicht genug ist, bin ich „so nebenbei” Lehrer an der Grundschule Hemau und „so ganz nebenbei” noch Schulseelsorger und Lehrer an der Staatlichen Simon-Mayr-Realschule in Riedenburg.
Und schon während meines Theologiestudiums begann ich mich unter anderem für das damals noch weithin unbekannte Feld der Notfallseelsorge zu interessieren und konnte so in meiner Kaplanszeit an den verschiedenen Stellen bereits den Feuerwehren mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dass ich leidenschaftlich für die Belange der Feuerwehr und des Rettungsdienstes eintrete ist für mich selbstverständlich.
Heute bin ich Dekanatsbeauftragter für die Notfallseelsorge im Dekanat Laaber und arbeite zusätzlich unter anderem an der Ausbildung von Feuerwehrseelsorgern mit.




