Die Feuerwehr in Hohenschambach

Aus der Geschichte der “Schamerer Feuerwehr”

Nach der Bestätigungsurkunde des Bayerischen Landes-Feuerwehr-Verbandes vom 1. Januar 1899, ausgestellt „unter dem Allerhöchsten Protektorate Seiner Königlichen Hoheit des Prinzregenten Luitpold von Bayern“, wurde die Freiwillige Feuerwehr Hohenschambach am 24. Juli 1887 in die Grundliste des Verbandes eingetragen. Die Gründung des Vereins fand aber bereits am 1. Juli 1887 statt.
Ab 1895 trafen sich die Mitglieder zu Quartalsversammlungen. Auf der Tagesordnung des ersten Treffens dieser Art am 10. März 1895 stand die Frage der Beteiligung der Feuerwehr an der Geburtstagsfeier des Prinzregenten, ferner ein Beschluß über die Art und Weise, wie der Verein bei der Beisetzung verstorbener Mitglieder auftreten sollte und letztlich die Bekanntgabe eines Gemeindebeschlusses über den Fahrdienst von Löschmaschine und Mannschaftswagen, insbesondere bei Bränden in Nachbargemeinden.

Die ersten Jahre

Zehn Jahre nach ihrer Gründung, im Jahre 1897, rückte die Wehr zu ihrem ersten „ernsten“ Einsatz aus und beteiligte sich an den Löscharbeiten beim Brand der Münchsmühle, und zwar „in hervorragender Weise“, wie es im Protokoll heißt. Der nächste Einsatz fand am Sonntag, dem 14. Mai 1899 beim Großfeuer in Painten statt, dem Kirche und Kirchturm, 26 Wohnhäuser und etwa 40 Nebengebäude zum Opfer fielen. Nur drei der zu Hilfe geeilten Feuerwehren konnten eingesetzt werden, weil es an Wasser fehlte, darunter die Hohenschambacher Wehr, der vor allem die Rettung des Schulhauses zu verdanken war. Im eigenen Gemeindebereich brannte es am Pfingstsonntag, dem 3. Juni 1900.

Immer wieder ist in den Protokollen der jährlichen Generalversammlungen nachzulesen, daß der Kommandant seine Wehrmänner zu einer besseren Beteiligung an den regelmäßigen Übungen aufforderte. Weil das offenbar nicht viel fruchtete, beschloß die Wehr am 29. September 1901, eine Strafgebühr für unentschuldigtes Fernbleiben einzuführen, und zwar in Höhe von 50 Pfennig. Am 24. Oktober 1903 nachmittags um 15 Uhr wurde die Wehr alarmiert, weil die Scheune von Joseph Peter brannte. In einem schnellen Einsatz gelang es, das Übergreifen des Feuers auf das dazugehörige Wohnhaus zu verhindern.
1926 wurde die Hohenschambacher Wehr „durch Herrn Bezirksfeuerwehr-Stellvertreter Herrn Bürgermeister K. Maag, Hemau“ kritisch inspiziert. Am 23. Oktober 1934 war Hohenschambach Schauplatz einer Nachtübung, an der auch die Wehren aus Haag und Laufenthal und die in Parsberg stationierte Autospritze beteiligt waren. Bezirksbrandinspektor Ferstl übergab der Wehr 1936 die neue Motorspritze, die sofort nach allen Schlauchanlagen ausprobiert wurde und zu allseitiger Zufriedenheit funktionierte.

Die Kriegsjahre

Für die Kriegsjahre ist das Protokollbuch der Freiwilligen Feuerwehr wenig aussagekräftig. Zu den herkömmlichen Aufgaben des Feuerlösch- und -verhütungswesens kamen kriegsbedingte Luftschutzaufgaben, die im Gemeindebereich glücklicherweise nicht in die Praxis umgesetzt zu werden brauchten. Hinter so manchem Namen in der Stammliste mußte „gefallen“ oder „vermisst“ vermerkt werden.

Die Nachkriegsjahre – Aufbaujahre und Festigung

1951 beschloß die Jahreshauptversammlung, der Gemeinde die Einführung einer Feuerschutzabgabe nahezulegen, zu entrichten von allen Gemeindebürgern, die nicht der Freiwilligen Feuerwehr angehören und auch keine anderen öffentlichen Aufgaben erfüllen. 1955 sprach die Generalversammlung über die dringend notwendige Errichtung eines Schlauchturmes Ein Jahr später gab sich die Freiwillige Feuerwehr Hohenschambach eine Satzung, die vom Landratsamt genehmigt wurde. ,Der Zweck der Freiwilligen Feuerwehr ist die geordnete Hilfeleistung bei Feuersgefahr und auf Anordnung der zuständigen Behörde auch bei sonstigen Unglücksfällen und öffentlichen, durch Naturereignisse verursachten Notständen.

Eine neue TS 8

1960 stand die Beschaffung einer neuen Motorspritze auf der Tagesordnung, nachdem sich herausgestellt hatte, daß die alte nicht mehr reparaturfähig war. Die neue Spritze, System TS 8, sollte 4000 Mark kosten. Zugunsten der Beteiligung der Wehr an den Anschaffungskosten wurde auf einer Feier anläßlich des 75jährigen Bestehens verzichtet – beides war nicht zu finanzieren. 1961 wurde die neue Spritze von der Gemeinde an die Wehr übergeben. “Sie sei”, so sagte einer der Redner bei der Übergabe, “zu betrachten wie eine Jungfrau, die immer begehrt, aber nie gebraucht würde.”
1965 wurde die Wehr am 10. Januar zu einem Einsatz nach Hemau gerufen. Am Anwesen Leibl gab es einen Großbrand zu bekämpfen. In der Generalversammlung wurde bekanntgegeben, daß die neue Feuersirene bereits installiert, aber noch nicht betriebsbereit sei – einstweilen wurde noch mit dem Horn alarmiert. In der Nacht vom 6. zum 7. Juli 1973 löste ein Blitzschlag, der die Scheune des Anwesens von Johann Mayer in Hohenschambach traf, einen Großbrand aus. Obwohl die Feuerwehr sofort eingriff, konnte nicht verhindert werden, daß das Feuer auf die Nachbarscheune und Nebengebäude des Anwesens Johann Dietz übergriff. Es entstand ein Sachschaden von über 200000 Mark. Obwohl wegen Stromausfall weder mit der Sirene noch mit Telefon Alarm gegeben werden konnte, traf die Hemauer Wehr schnell zur Hilfeleistung ein, und nach ihr die Feuerwehren aus Painten, Laaber, Deuerling, Haag, Laufenthal, Klingen und das Löschauto aus Parsberg. Nach etwa zwei Stunden war der Brand soweit lokalisiert, daß kein weiterer Schaden entstehen konnte.

Ein LF 8 für “Schama”

Anläßlich der Jubiläumsfeier zum 90jährigen Gründungsfest 1977 konnte ein neues Löschfahrzeug eingeweiht und das renovierte Gerätehaus eingesegnet werden, zudem wurde auch die neue Fahne geweiht. Sie zeigt auf der einen Seite die Hohenschambacher Pfarrkirche, auf der anderen den heiligen Florian.

Im Pfarrjubiläumsjahr 2007 feiert die Freiwillige Feuerwehr Hohenschambach das 120jährige Bestehen der Wehr im Gedenken an jene Mitbürger, die sich 1887 zusammentaten, um eine Selbsthilfeeinrichtung für ihre Gemeinde zu schaffen, die sich bewährt hat und auf die niemand verzichten möchte.
Heute ist die „Schamerer Wehr“ die zweitgrößte Feuerwehr in der Großgemeinde Hemau. Sie besteht durchwegs aus jungen Männern und Frauen, die sowohl in der Ausbildung, als auch im Einsatz ihre hohe fachliche Qualifikation beweist. Sie ist zudem die Hauptwehr der drei im Pfarrgebiet vorhandenen Wehren.